Autor Thema: EU: Handels- und Importverbot invasiver Spezies  (Gelesen 1711 mal)

Andre

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EU: Handels- und Importverbot invasiver Spezies
« am: August 05, 2016, 18:43:23 »
https://my-fish.org/liste-invasiver-tier-und-pflanzenarten-veroeffentlicht/

Liste invasiver Tier- und Pflanzenarten veröffentlicht

Die EU-Kommission hat nun die Liste mit 37 invasiven Tier- und Pflanzenarten veröffentlicht, für die ab sofort ein Handels- und Importverbot gilt. Ein Erwerb durch Hobbyhalter, Zoos, Garten- und Teichbesitzer ist dann nicht mehr möglich. Tiere, die sich bereits in menschlicher Obhut befinden, dürfen weiter gehalten werden, jegliche Reproduktion ist jedoch verboten. Die Durchführungsverordnung 2016/1141 der EU-Kommission ist in der heutigen Ausgabe L 189 des EU-Amtsblattes veröffentlicht worden. Zu der Verordnung geht es hier.

Eine Liste der investiven Tier- und Pflanzenarten mit den deutschen Artbezeichnungen finden Sie hier.:
http://www.zzf.de/fileadmin/files/ZZF/Intranet/LISTE_INVASIVER_GEBIETSFREMDER_ARTEN_VON_UNIONSWEITER_BEDEUTUNG_-_mit_deutschen_Artnamen.pdf

Die zugrunde liegende EU-Verordnung Nr. 1143/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates finden Sie unter:

http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?qid=1468496533262&uri=CELEX:32014R1143

Von besonderer Bedeutung für den Handel ist dabei Artikel 32, für den Zoofacheinzelhandel insbesondere Abs. 2: „Der Verkauf oder die Übergabe lebender Exemplare an nichtgewerbliche Nutzer ist ein Jahr lang nach der Aufnahme der Art in die Unionsliste erlaubt, sofern die Exemplare unter Verschluss gehalten und befördert und alle geeigneten Maßnahmen getroffen werden, um eine Fortpflanzung oder ein Entkommen auszuschließen.“
« Letzte Änderung: August 05, 2016, 18:46:40 »
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janus38

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Antw:EU: Handels- und Importverbot invasiver Spezies
« Antwort #1 am: August 05, 2016, 23:00:42 »
Tja, sobald mal was grundsätzlich wieder in Kraft ist, lässt sich eine Liste eben schnell erweitern  >:(
In magnis et voluisse sat est: In großen Dingen genügt es auch, sie gewollt zu haben.

Verba docent, exempla trahunt: Worte lehren, Beispiele bekehren

Einen Dummen kann man überreden, einen Weisen überzeugen. Frage: Bist Du nun überredet oder überzeugt? :-)

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Andrea

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Antw:EU: Handels- und Importverbot invasiver Spezies
« Antwort #2 am: August 06, 2016, 09:04:36 »
... Da werden sich die Krebstierfreunde aber "freuen".
Gerade die Farbformen des P. clarkii waren bisher recht verbreitet.

Bei manchen Tieren und Pflanzen kann ich mir ja vorstellen, dass sie u. U. die heimische Tier- und Pflanzenwelt schädigen könnten, aber manches finde ich doch übertrieben.

Dass Myriophyllum oder Ludwigia in Deutschland zu einem Problem werden können, klingt für mich sonderbar und erst Recht nicht Wasserhyazinthen. Die überleben auch im Aquarium bei den meisten nicht lange...
Was keinen Frost verträgt wird im Freien bei uns sowieso nicht dauerhaft überleben.

Man kann nur hoffen, dass da irgendwann mal Leute Entscheidungen treffen, die auch die nötigen Fachkenntnisse besitzen, um die Gefährdung durch die einzelnen Arten richtig einzuschätzen.

Ich möchte echt mal wissen, ob es jemanden gibt, der in Deutschland einen Naturstandort mit Apfelschnecken kennt. *verrueckt*

Wobei: Das erinnert mich wieder an den Guppybach bei Köln (durch Wasserzufluss aus einem Kraftwerk ganzjährig beheizt).
Wäre vielleicht irgendwann mal einen Ausflug wert ;)

So, der Kaffee ist geschlüft und der Wasserwechsel ruft...
  *notebook* *kaffee*   *schnecke* *rosaPHS* *kleinerNeon* *rotePHS* *kleinerGuppy* *schnecke* *tylo* *bienengarnele-rw* *tylo* *bienengarnele-sw* *frosch* *frosch* *frosch*
Ein schönes Wochenende &
Viele Grüße

Andrea
Wußtet Ihr schon?
Halophile Bakterien leben überwiegend saprophytisch; es gibt jedoch auch phototrophe Formen.
Die Minorität ist obligat, das Gros lediglich fakultativ bis gar nicht -ergo tendenziell opportun- pathogen.
  ;)

Wäre es nicht adäquat, den Usus heterogener Termini zu minimieren?

Thorsten

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Antw:EU: Handels- und Importverbot invasiver Spezies
« Antwort #3 am: August 08, 2016, 09:57:32 »
Hallo Andrea,

es geht bei dem Verbot ja nicht nur um Deutschland. Sondern um europaweites Recht. Dadurch das es in Europa keine Grenzkontrollen gibt kann man nicht einfach nur die Apfelschnecken in Spanien verbieten. Freier Binnenmarkt heißt dann auch das überall die gleichen Standards und die gleichen Regeln gelten. Mit allen Vor- und Nachteilen.

Gruß

Thorsten

Andrea

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Antw:EU: Handels- und Importverbot invasiver Spezies
« Antwort #4 am: August 08, 2016, 10:28:44 »
Hi Thorsten,

ja, das war zu befürchten.

Aber kann man diese Regelungen denn nicht für Klimabereiche festlegen? Das darf dann ja ruhig in allen Ländern gleich lauten.
In Ländern mit Frost im Winter ist die Lage ja eine völlig andere als in dauer-warmen Gebieten ohne Fröste oder nur mit leichten. Wenn für alle Länder gilt, dass in einem Gebiet, in dem i.d.R. kein Frost auftritt die Beschränkung greift, hätte ich nichts einzuwenden.

Viele Grüße

Andrea
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Halophile Bakterien leben überwiegend saprophytisch; es gibt jedoch auch phototrophe Formen.
Die Minorität ist obligat, das Gros lediglich fakultativ bis gar nicht -ergo tendenziell opportun- pathogen.
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RalfE

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Antw:EU: Handels- und Importverbot invasiver Spezies
« Antwort #5 am: August 08, 2016, 19:39:12 »
... die Regeln zur Haltung von Apfel-Schnecken will man vereinheitlichen, schafft es aber nichtmal einheitliche Regeln für Steuern etc. zu schaffen, was wohl viel mehr Sinn machen würde.
Schiffe werden mit Wasser gefüllt, welches dann hunderte Kilometer weiter in ganz anderen Flussystemen wieder rausgepumpt wird ... mitsamt allem Viehzeug das darinnen lebt ...
Gift wird versprüht und damit Tier und Mensch vergiftet, nur um mehr Ernteerträge zu haben die dann als Überschuss auf dem Müll landen ...
aber bei Apfelschnecken ist man sich einig :-(      ..... füttern müßte man die Idioten damit, aber mitsamt der Schale.

... ich schreib jetzt lieber nicht weiter, könnte sonst ausarten.

Gruß
Ralf
Gruß aus Hasselbach
Ralf