Autor Thema: Resistenz oder Resilienz - wie vermeidet man Erkrankungen?  (Gelesen 4394 mal)

janus38

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Von klein *schaukelstuhl*  auf wurden wir zur StĂ€rkung unserer AbwehrkrĂ€fte aufgerufen und erzogen.  *stockkampf*  Mit Todesverachtung schluckte schon die Großmutter  *girlstricken* Tannenblut, nahm ihren Leber- oder Fischtran oder "RotbĂ€ckchen" (kennt das noch jemand?).

"Kinderkrankheiten" sind keinesfalls "Kinderkram". Es sind sehr heftige und aggressive  *cowboy*  Krankheiten, hochansteckend, die daher auch bereits in "Kinder"-Tagen auftreten. Vielmals ist der Erkrankungsverlauf bei Erwachsenen schwerwiegender, wenn sie nicht bereits die hĂ€ufig lebenslange Immunisierung durch eine Erkrankung im Kindesalter erhalten haben. Vereinfacht gesagt, man ist dann  *wikinger*  "resistent". Aber ist das so?
Globaler betrachtet, stimmt dieser Begriff hier nicht: Bei einer vollkommenen Resistenz wĂŒrden wir nie an einem Erreger  *teufelchen*  erkranken, er wĂ€re fĂŒr uns vollkommen irrelevant oder bestenfalls nĂŒtzlich. Mit vielen leben wir in einer Art Symbiose und unser Körper nutzt sie sogar, bspw. zum Aufspalten von Nahrung im Darm. *givemefive*

TatsĂ€chlich handelt es sich um eine Art von Resilienz bei krankheitserregenden *fieber*  Keimen. Dazu mĂŒssen wir den Begriff nĂ€her beleuchten, der typischer Weise eher auf Systeme (biologische *bonsai* wie wirtschaftliche *sparschwein* ) angewandt wird:


Resilienz ist kein wissenschaftlich einheitlich definierter Begriff, allgemein drĂŒckt er aber aus, wie ein System auf Einflussfaktoren (re-)agiert. Dazu haben sich vier Grundstadien geprĂ€gt:
1) Vorbeugung oder "Resistenz"
2) Anpassung oder "Adaption"
3) Eingliederung oder "Innovation"
4) Kultur oder "Inklusion"

Resistenz: Sie besagt, ob ein Faktor ĂŒberhaupt fĂŒr das System *einmachglas*  relevante EinflĂŒsse ausĂŒben kann. So wie eine einzelne Ameise nichts am Standort eines Baumes Ă€ndern kann, bringen einzelne oder ganz wenige Erreger auch in einem AQ keinerlei Änderungen mit sich. Wie viele dieser Erreger (gehen wir ab hier zur Vereinfachung mal ausschließlich von pathogenen, also krankheitserregenden Keimen aus) notwendig sind, um die "Toleranzschwelle" fĂŒr eine Erkrankung  *bibber*  zu ĂŒberschreiten. Dabei gilt: Je weniger Erreger notwendig sind, um eine Erkrankung auszulösen, desto "pathogener"  *totenkopf*  (also "krankheitserregender") ist dieser.

Adaption: Die benötigte „Erholung“ oder „Wiederherstellung“, wenn ein Faktor das System oberhalb der Toleranzschwelle gestört hat. Im hiesigen Fall also eine Erkrankung aufgetreten ist und sich die Betroffenen  *medis*  davon erholt haben.

Innovation: FĂŒr das System nĂŒtzliche Faktoren werden von diesem aufgenommen und beginnen nun, das vorher beherrschende Gleichgewicht des Systems neu zu ordnen. Das kann sowohl zu Gunsten, wie auch zu Lasten der bereits bestehenden Organismen  *fisch*  erfolgen.

Inklusion: Die Faktoren der Stadien 1-3 sind so im System integriert, dass das Erkennen eines *chor*  "Fremdkörpers" oder eines Ă€ußeren Faktors nicht mehr möglich ist.

Wie nutzen wir diese Erkenntnisse nun im AQ-Alltag?
Die Resistenz nutzen wir, wenn wir möglichst wenig bis gar kein Transportwasser  *schwimm* vom fremden System mit ins eigene Becken kippen. Daher auch die gute Möglichkeit der ZwischenhĂ€lterung oder auch QuarantĂ€ne  *einmachglas*  (wenn auch dieser Begriff hier falsch ist, dazu jedoch mal in einem anderen Beitrag). Tiere, die gegen bestimmte Einflussfaktoren eine hohe ImmunitĂ€t  *darfnixsagen* aufweisen, setzen wir schneller um als welche, die hier eine niedrigere Toleranzschwelle  *ohnmacht*  besitzen (Bsp. Welse als Erstbesatz im neuen AQ, Garnelen und Wirbellose mit einer besonders langen Eingewöhnungszeit
).
TatsĂ€chlich hilft hier also auch *dusche* HĂ€ndewaschen, um möglichst wenige (bei "keinen" wĂ€re man sterilisiert *messer*  ) fremde Einflussfaktoren *hummer* in das Becken zu geben.
Eine UV-C- *sonne* -Lampe verringert insgesamt die Keimdichte im Becken, bringt also das AQ nĂ€her an den Zustand von sehr keimarmen Habitaten wie große Seen *rettungsring*   oder FließgewĂ€sser *schwimm* . Aber Achtung: Bei Dauerbetrieb wird der UVC zum Bestandteil des Gesamtsystems. FĂ€llt er aus, nutzen Bakterien und Keime sofort diese "LĂŒcke", die derjenige gewinnt, der sie am schnellsten ausfĂŒllt. Schlecht, wenn es ein Krankheitserreger  *bazille* ist. Gleiches gilt fĂŒr CO2, Oxydatoren usw.

Die Einflussnahme biologischer Filterung ist bereits in einschlĂ€giger Literatur ausfĂŒhrlich beschrieben, sie bedarf hier keiner ErlĂ€uterung. Nur so viel, dass auch hier Änderungen am System natĂŒrlich Eingriffe darstellen, die eine Toleranzschwelle ĂŒberschreiten und das bestehende Gleichgewicht zum Kippen
*kreisch* *wand2* bringen können. Das kann sowohl in die eine  *vielglueck* *sekt* (gute) wie auch die andere (schlechte)  *schrei* *girlweint* Richtung bedeuten.

WĂ€hrend einer Adaptionsphase sollte man, nach einer ĂŒberstandenen Erkrankung, möglichst keine Änderungen herbeifĂŒhren. Jede Änderung bringt zusĂ€tzliche Dynamik  *flieger* in das System, wohingegen es sich schneller erholt, wenn man es zunĂ€chst in Ruhe lĂ€sst. Das gilt auch fĂŒr Faktoren, die eine Erkrankung begĂŒnstigt haben. HĂ€ufig wird die Rekonvaleszenz  *schnupf* *schnarch* gar nicht erst abgewartet, in einer HyperaktivitĂ€t  *skateboard* des AQ-Pflegers wird dann alles umgestellt, was zu diesem Zeitpunkt „schlecht“ erscheint: Neuer Filter *begeistert* , grĂŒndliche Reinigungen  *besen* *staubsaugen* , ĂŒbermĂ€ĂŸige Desinfektion *zahnbuerste* *dusche* , Medi-Einsatz  *medis* usw.

In ein solch total *werwolf*  gestörtes System wird dann, in weiterer  *reiter2* Ungeduld *rennauto* , möglichst bald wieder der eventuelle Verlustausgleich eingebracht (also neue Tiere wieder hinzugesetzt, wenn man welche verloren hat). Den nun folgenden Ablauf kann sich jeder selbst vorstellen. Interessant ist hier, dass das System weder zur einen noch zur anderen Seite neigt. HĂ€ufig befindet sich der Zustand der Unausgeglichenheit ĂŒber einen lĂ€ngeren  *wecker* Zeitraum andauernd, bevor es sich entweder stabilisiert oder komplett kippen kann. Zumeist wird dann das sichtbare Ereignis  *fernrohr* nicht mehr in einen zeitlichen Zusammenhang mit dem o.g. gebracht. "Die Krankheit war doch ausgestanden, daran kann es nicht liegen." *buddeln*


Beim Zusatz neuer Tiere greifen insbesondere auch die beiden weiteren Stadien: WĂ€hrend der Innovation suchen sich Tiere neue Reviere *fernglas* , Rangordnungen  *cowboy* *ganove* werden hergestellt und die Mikroorganismen  *hamster*  (z.B. der Filter) passen sich den neuen Bewohnern  *hund* des Systems an. Hierbei können auch viele positive Effekte entstehen! *nixe*
Im Stadium der Inklusion schließlich hat der Pfleger auch das GefĂŒhl, als wĂ€re das alles schon „ewig so“ *opa* . Die Tiere harmonieren *gespraechlustig* *givemefive* *freunde* , es ist stabil und macht i.d.R. keine  *bom* Probleme. Das bedeutet nicht, dass nicht dennoch mal ein Tier erkranken  *fieber* kann. Betrachtet man aber die hohe Lebenserwartung von z.B. L-Welsen oder Malawi-Cichliden *fisch* im AQ, die ĂŒber 10 Jahre geht, wird bei einer Haltungszahl von 20-30 Individuen schnell klar, dass man nicht alle paar Wochen einen  *totenkopf*  Verlust beklagen muss.
Viele Becken jahrzehntelanger AQ-Betreiber *opa*  befinden sich irgendwann im vierten Stadium *so* . Auch durch den nachlassenden, eigenen Innovationsdrang  *fliege*  erfreut sich der Mensch hĂ€ufig mehr am Erhalt der nun vorhandenen Arten und benötigt nicht mehr jeden neuen Fisch, der irgendwo besonders reizvoll  *nixe* *foto* erscheint. Die StabilitĂ€t und Gesundheit des laufenden  *inliner*  Systems daheim wiegt hier schließlich höher.

Alle hier  *les*  aufgefĂŒhrten Dinge sollen nur DenkanstĂ¶ĂŸe  *bluescreen*   sein. Sie sind keinesfalls als „komplett“  *leswut*  zu betrachten.

Schaut' *lupe*  selbst mal hin und ĂŒberlegt vor bestimmten  *streichen* Handlungen, an welchem Punkt Ihr, das Tier oder das System AQ gerade seid. In dieses Raster passen so viele unterschiedliche Dinge, dass es bis hin zur Kindererziehung *teufeline*  genutzt werden kann.

Anregungen und Fragen gerne!  *wiedumm*
« Letzte Änderung: Mai 01, 2015, 16:02:55 »
Von Welsen ver(b)arscht, vom Regenbogen gefischt...

www.deppenapostroph.info